Warum auf Papier planen?/Wieso ein Papierplaner?

Allgemein

Im Zeitalter von Smartphones, Smartwatches und Tablets, die uns mit ihren Kalendern und Notizapps den Alltag erleichtern sollen, wächst in vielen von uns der Wunsch nach Entschleunigung. Nach einem gegenständlichem Stück Papier, auf das wir unsere gute alte To-Do-Liste kritzeln können oder auf dem wir während eines Telefonats herummalen. Kleine Kästchen, die wir abhaken können, Seiten zum Blättern und eine eigene praktische Aufteilung zur Terminplanung erscheinen uns zunehmend attraktiver, je mehr innovative Organisations-Apps es auf dem Markt gibt.

Wieso sollte man aber im 21. Jahrhundert mit all seinen Möglichkeiten der Self-Organizing-Tools zum guten alten Papierplaner zurückkehren? Weil der Planer so viel mehr bietet als nur das bloße Eintragen von Terminen, Klausuren, oder Abgabe-Deadlines. Er ist unsere Fünf-Minuten-Auszeit des Tages, unser Kreativ-Buch, unsere Wunschlisten-Fabrik, unser Sammelalbum der schönen Dinge oder vielmehr: Unser tragbares Gedächtnis.

Statistisch gesehen erledigen wir Dinge viel eher, wenn wir sie mit Stift und Papier niedergeschrieben haben, anstatt in einen digitalen Kalender getippt. Wo man hier und da merkwürdig beäugt wird, wenn man zum Eintragen von Terminen seinen Papierplaner herauskramt, darin blättert und sich Dinge notiert, wächst die Community derer, die die Alltagsplanung genauso handhaben, stetig an. Außer dem bloßen Notieren im Kalender, wächst auch oft der Wunsch, die Seiten hübsch und ansehnlich zu gestalten und sich so selbst einen schönen Anblick seiner Pläne zu erschaffen. Aus diesem Wunsch heraus in Verbindung mit dem Namen eines der größten Ringplaner-Hersteller, entstand der Begriff Filofaxing.

Was ist Filofaxing?

Filofaxing bezeichnet das Verschönern, Dekorieren und Gestalten des Alltagsplaners. Auch, wenn dieses Hobby den Namen eines der bekanntesten Hersteller trägt, ist es doch keineswegs an ihn gebunden. Auf dem Markt gibt es mittlerweile viele anderer Marken, die individuelle und innovative Planer herstellen und anbieten. Der Markt dafür wird größer und wächst stetig!

Jemand, der “filofaxt”, beschäftigt sich täglich mit seinem geliebten Planer. Trägt ihn überall bei sich, sieht ihn gerne an und blättert darin. Filofaxing meint das individuelle Gestalten des Planers, ganz nach dem eigenen Geschmack und den individuellen Bedürfnissen. Es gibt keine Vorgabe, wie das Design eines Planers, einer Wochenübersicht oder eines Stundenplans auszusehen hat. Jeder ist völlig frei in seiner Kreativität! In der Online-Community gibt es Trends. Dekoriert wird neben dem eigenen Geschmack nach Jahreszeiten oder abgestimmten Themen. Genug Platz für eigene Ideen bleibt aber immer.

Die Bandbreite an Material zur Gestaltung des Planers ist unendlich: Es gibt Designpapiere, Washitapes, Stempel aller Art, Stifte, Karten, Sticker, und vieles, vieles mehr. Am Anfang neigt man noch dazu, exzessiv alles zu kaufen, was ganz nett erscheint – hat man jedoch nach vielen Versuchen endlich seinen eigenen Dekorations-Stil gefunden, so halten sich die Hamsterkäufe in Grenzen. Nachdem die Käufe schnell ins Geld gehen können, können Tauschbriefe Abhilfe schaffen. Hierbei schicken sich Gleichgesinnte das Material für die Bastelleidenschaft im Tausch zu. Inspirationen, wie ein Tauschbrief aussehen kann und geeignete Tauschpartner dafür finden sich auf Instagram oder in den unzähligen Filofaxing-Facebookgruppen.

Wenn man dann seinen Lieblingsplaner und das perfekte Planersystem gefunden hat, macht nicht nur das Dekorieren an sich Spaß, man möchte es auch mit anderen teilen – Zuspruch und Lob für seine Mühen erhalten. Dazu eignet sich am besten Instagram. Hier gibt es tausende Nutzer, die reine Planer-Accounts pflegen, täglich Bilder hochladen und mit anderen Planermädels in regem Austausch stehen. Aber auch viele Facebook-Gruppen haben sich auf Themen rund um das Planen spezialisiert. Dort ist es möglich, alle wichtigen Anfängerfragen zu stellen, sich vorzustellen und Bilder seines Planers zu teilen.

Doch sind sind wir mal ehrlich: Wer erntet nicht hin und wieder einmal einen fragenden Blick von Außenstehenden, wenn er seinen Planer mit bunt gestalteten Wochendekos beim Arzt aufschlägt, um den nächsten Kontrolltermin einzutragen? Na und? Die bunte Welt der Planermädels ist riesig und wird mit jedem Tag größer. Das bestätigt einmal mehr, dass der Wunsch zum analogen Planen existent ist und gelebt wird.

Einmal im Bann der unendlichen Möglichkeiten zur Kreativität mit Papier, Washitape und Stiften, lässt Filofaxing uns Planermädels  so schnell auch nicht mehr los. Nichts ist so kommunikativ, friedlich und entspannend, wie das Filofaxing im Kreise von Gleichgesinnten. Egal ob online oder mit anderen Planermädels in den eigenen vier Wänden.

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  • Martina Huppertová
    7. Dezember 2016 at 6:57

    Richtig schön geschrieben Tamara 🙂 und so wahr… Ich habs gleich auf FB geteilt, damit die Leute verstehen was ich da eigentlich mache.
    Danke, Martina

  • Natalie
    7. Dezember 2016 at 12:32

    Ich bin „entzückt“ 😉 sehr schön geschrieben! Das stimmt, das man von der Welt außen mit komischen blicken konfrontiert wird, umso selbstbewusster lässt mich der Text werden, denn es gibt wirklich eine ganze reihe voller Menschen die „mein geliebtes Hobby“ teilen 😉
    Ich freue mich über diese Seite und werde euch gespannt folgen und ja vielleicht auch mal meinen Teil dazu beitragen können. Vielen Dank!

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