Bullet Journal – mal anders erklärt

Allgemein
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Ein Gastbeitrag von Anne
(Instagram @bujotrulla)

Wer sich mit dem Thema Planen auf Papier auseinandergesetzt hat, ist bereits auf Beiträge und Fotos zum Bullet Journal gestoßen. Als ich die Möglichkeit bekam, für die Plannerbox einen Blogpost über das Bullet Journal zu verfassen, habe ich mich nicht zuletzt darüber gefreut, auch meine persönliche Einstellung zu diesem Planersystem wiederzugeben.

Irgendjemand hat mal gesagt „Das einzige, das besteht, ist die Veränderung“. Für mich ist es genau das, was das Bullet Journal ausmacht. Unser Leben verändert sich, unsere Werte, Ziele, Vorstellungen, Pläne, WIR verändern uns. Wir leben in einer Zeit, die schnelllebig und oberflächlich ist, in der man von einem Termin in den nächsten rennt, immer zutun hat und doch das Gefühl hat, nicht produktiv zu sein. Ich brauche einen Plan, der über die reine Terminnotiz und Aufgabenerfüllung hinausgeht. Ich brauche einen Plan, den ich meinem Leben anpassen kann, nicht andersherum.

Was ist nun ein Bullet Journal und wie verwendet man es?

Welches Buch oder Heft man verwendet, ist grundsätzlich egal, was zählt ist sein Inhalt. Für mich besteht jedes Buch aus 3 wichtigen Elementen: dem Index, meinem Inhaltsverzeichnis, das mir später langes Suchen erspart, einer Legende, in der ich in meiner Planung verwendete Symbole und deren Bedeutung festhalte, und einer Jahresübersicht, in der ich langfristig geplante Termine, Geburtstage und Urlaube eintrage. Dieses 3 bilden das Gerüst für mein Journal und alles was danach kommt, entscheide ich ganz individuell. So lege ich mir zu Beginn eines jeden Monats ein Deckblatt an, auf das meine Monatsübersicht folgt. Manchmal notiere ich mir hier auch Ziele und Vorhaben für den kommenden Monat. Das erleichtert mir meine spätere Wochenplanung. Zu dieser kann ich pauschal nicht viel sagen, denn sie ist immer anders. In den sozialen Netzwerken findet man unter dem Begriff „Bulletjournaling“ unzählige Fotos von schlichten Notizen bis hin zu künstlerischen Meisterwerken, festgehalten in den unterschiedlichsten Büchern. Dabei ist es ein Irrtum, für das Bulletjournaling müsste man ein Künstler sein! Die vielen aufwendig gestalteten und bunten Wochendekorationen, die man in diesen Netzwerken zu sehen bekommt, sind teilweise genauso beeindruckend wie abschreckend.

Der Grundgedanke des Bullet Journal ist jedoch nicht, jede Seite wie ein Profi zu illustrieren! Eigentlich ist nämlich genau das Gegenteil der Fall. Ein Datum, ein Wochentag, eine Liste. Das ganze nennt sich „minimalist bulletjournaling“ und bedeutet nichts anderes, als dass man die für sich wesentlichen Elemente für die Planung nutzt. Alles was über dieses Grundgerüst hinausgeht, ist Geschmackssache und bestimmt jeder für sich selbst. Die einen verwenden Wasserfarben und bringen Sticker, Fotos und eingeklebte Bilder in ihren Übersichten unter. Die anderen verzieren sie mit verschiedenen Schriften, ihren Lieblingszitaten oder Motivationssprüchen. Wieder andere füllen ihre Seiten mit sogenannten „Sleep trackern“ (eine Übersicht über die Stunden die man geschlafen hat) Mahlzeiten die sie zu sich genommen haben, Outfits die sie getragen haben, Wetterübersichten, Schrittzählern, und und und. Die Liste ist nahezu endlos und alles ist möglich.

 

Jeder wie er mag

Unknown-9Anregungen dazu gibt es, wie gesagt, in Hülle und Fülle im Internet. Das schöne am Bulletjournaling ist, dass du dich auf kein Layout, auf keine Wochen- und Tagesgestaltung, festlegen musst. Das unterscheidet den normalen Kalender von einem Bullet Journal. Was sich in der einen Woche bewährt hat, kann in der anderen ganz anders sein. Und da man in der Regel jede Woche neu und nicht im Voraus gestaltet, stehen einem jedesmal wieder alle Türen offen. Deshalb habe ich u.a. eine Liste in meinem BuJo, auf der ich mir notiere, was für mich und meine Planung gut und was weniger gut funktioniert. So kann ich meine nächste (Monats-, Wochen- oder Tages-)Gestaltung noch besser an meine Bedürfnisse anpassen. Ich kann also kein Patentrezept für eine Wochen- oder Tagesplanung beschreiben. Als ich mit diesem System angefangen habe zu planen, tat ich mich unheimlich schwer, die vielen Eindrücke und Inspirationen, die ich bis dahin schon gesehen habe, zu verarbeiten.

Mein Tipp

Wenn ich also einen Tipp geben sollte, wie man sein Bullet Journal am besten gestaltet und wo man beginnt, würde ich sagen: überleg dir was du für deine Planung brauchst, wieviel Platz du benötigst und dann nimm einen Stift und leg los. Für mich ist es zum Beispiel immer wichtig, eine Skizze zu haben. Ich zeichne meine Seiten oft mit Bleistift vor, schaffe ein grobes Gerüst, füge das für mich Notwendige ein und wenn ich Lust habe, fülle ich den Platz mit Nützlichem oder etwas Hübschem. Ich überlege mir auch immer, ob ich zum Beispiel eine Urlaubswoche plane, in der ich wesentlich mehr Platz für „To dos“ oder für Erinnerungen brauche, oder ob ich eine anstrengende Arbeitswoche vor mir habe, in der ich nach meiner Arbeit zu nicht viel anderem kommen werde. Wenn mich jemand fragt, warum ich das Bullet Journal einem normalen Kalender vorziehe, sage ich, dass es für mich die perfekte Mischung ist aus Tagebuch, Kalender und vielen vielen Listen. Diese Kombination hilft mir, meinen Alltag bewusster zu gestalten, zu genießen und produktiver zu sein. Denn oft fällt uns gar nicht mehr auf, was wir überhaupt gemacht haben, welche kleinen und großen Ziele wir erreicht und welche Pläne wir umgesetzt haben. Ganz bewusst eine Aufgabe zu verschieben, fühlt sich doch genauso gut an, wie eine To do-Liste mit Dingen zu beginnen, die man schon gemacht hat. Mir tut es gut, in meinem BuJo zu blättern, das beschriebene Papier zu fühlen und zu sehen, was ich alles schaffen kann.

Ich hoffe ich konnte euch einen guten Überblick über das Bullet Journal geben.
Liebe Grüße

Anne

Hier mal ein bisschen Inspiration:
[Quelle: Anne @bujotrulla]

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1 Comment

  • Reply
    Nadine
    9. September 2017 at 20:15

    Ich liebe Deinen Style meine Liebe Anne 😃👍❤️ Danke für den schönen Blogartikel 😘- Onlytyleet 💞

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